Wundersame Fakten

Beschäftigt man sich – fernab aller Werbesprüche und „kauffördernder Tests“ – nur damit, was tatsächlich klangrelevant ist (samt einschlägiger Physik!), erkennt man ganz deutlich, wie die HiFi-Branche so „tickt“.

Fast alles daran ist nur Show und Blendwerk. Die Hersteller bzw. deren Webeabteilungen wissen ganz genau womit man faszinieren kann und auch, dass im Normalfall nichts davon hinterfragt wird. Nur ein Ziel wird verfolgt, nämlich das Auslösen vom „haben wollen Reflex“. Dabei gibt es keinerlei Schranken bezüglich Unehrlichkeit. Nichts wird ausgelassen, egal wie absurd es ist, denn wer kann schon beweisen, dass alles das nichts bringt? Gegen ein „ich hör’s halt und du nicht“ ist kein Kraut gewachsen! Auch die Messtechnik, die unvergleichlich höher auflöst als das menschliche Gehör, ist dagegen machtlos, denn gegen sie wurde längst ein „Gegengift“ kreiert, in Form von „man kann nicht alles messen das man hören kann“. Für esoterisch angehauchte Laien ist das „völlig einleuchtend“ und vor allem passt es bestens in ihre Gedankenwelt. Die Realität interessiert sie sowieso nicht.

Parallel dazu (sehr clever!) wird von den Herstellern und den einschlägigen Medien totgeschwiegen was wirklich wichtig ist, nämlich die Umstände unter denen die Geräte in der Praxis betrieben werden, allen voran die Raumakustik und die Positionierung des Stereo-Dreiecks im Hörraum. Das sind die eigentlichen „Stellschrauben“ für guten Klang und nicht das was an „klangfördernden Maßnahmen“ in den Prospekten beschrieben wird, denn diese sind dagegen nicht einmal der Rede wert, falls sie überhaupt Sinn machen.

Was liegt also näher, als alles das was „nach den Lautsprechern kommt“ nicht zu erwähnen? Geht ja den Hersteller nichts an wenn da gar nichts passt – und in 98% aller Fälle passt da auch wirklich nichts.

Aber – wichtig! Es muss gar nichts optimal sein um Musik genießen zu können, allerdings sind dazu auch keine teuren Geräte notwendig und schon gar keine teuren Elektronik-Komponenten. Genau das wollen uns aber ständig die Hersteller und deren verlängerte Arme (die einschlägigen Medien) weismachen.

Das menschliche Gehör ist einerseits sehr schlecht (jeder verblindete Vergleich bestätigt das auf erschreckende Weise), andererseits ist es aber „wunderbar tolerant“, denn wäre es nicht so, könnten wir unter den gegebenen Umständen nie Musik genießen.

Um das zu verstehen sollte man sich Folgendes vor Augen führen:

Jedes gute Audio-Elektronikprodukt (durchaus auch billige Geräte) liefert eine „Über alles Qualität“, die selbst von den besten und teuersten Lautsprechern dieser Welt nicht annähernd übertragen werden kann. Absolut lineare Frequenzgänge, Klirr im hundertstel bzw. tausendstel Prozentbereich und Störspannungen jenseits von Gut und Böse sind heute bei den Elektronikprodukten üblich.

Sieht man sich dagegen an was Lautsprecher daraus machen, wird einem das krasse Missverhältnis klar das hier existiert. „Hundertmal bzw. tausendmal schlechter“, das sind in diesem Fall keine Übertreibungen die dieser Aussage Nachdruck verleihen sollen, diese Größenordungen sind Fakt!

Aber selbst das ist leider noch lange nicht alles, ganz im Gegenteil, die „wirkliche akustische Katastrophe“ passiert erst im Hörraum. Das was sich da im Normalfall abspielt, ist an Dramatik kaum zu überbieten. Nichts ist am Hörplatz nur annähernd so wie es von der Elektronik an die Lautsprecher angeliefert wird, aus technischer Sicht ist alles einfach nur „grottenschlecht“!

Welch‘ ein Wunder, dass wir so Musik genießen können!

Mindestens so „wunderbar“ ist aber der Glaube der HiFi-Enthusiasten, dass es möglich ist, auf Seiten der Audio-Elektronik noch irgendwas klanglich verbessern zu können.